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Ali Pascha Tepelenli
Herrscher über Ioannina und halb Griechenland

Der Name Ali Pascha wird in einem Zuge mit Ioannina erwähnt, obwohl Ioannina sich schon 1430 den Türken ergeben hat und Ali erst 300 Jahre später in die Geschichte der Stadt eintritt. Durch Ihn und während seiner Herrschaft gab es wichtige Entwicklungen die später eine große Rolle im Freiheitskampf Griechenlands gegen die Türken spielen sollten.

Ali wurde 1774 in Tepeleni geboren. Sohn des Belí und der Hamko, einem Paar das Anführer einer großen Räubertruppe der damaligen Zeit war.
Hamko wiederum war Tochter des damaligen türkischen Oberhauptes von Konitsa, Zenil Béi. Seiner Mutter hat Ali seine Intelligenz, Bildung und seinen barbarischen Charakter zu verdanken.
Im Alter von 9 Jahren starb sein Vater und Hamko, seine Mutter, übernahm die Führung der Räuberbande. Sie war sehr viel härter als ihr verstorbener Mann. So dauerte es nicht lange bis sich drei albanische Dörfer zusammentaten, sie gefangen nehmen konnten und zusammen mit Ihrer Tochter Hainitsa massenhaft vergewaltigten um sich an ihr zu rächen.
Nach Ihrer Vergewaltigung verließ sie auch ihr Liebhaber Tsaus Prifti.

Seit dem Zeitpunkt, blind vor Wut und Rachegelüsten, steckte sie all ihre Energie in die Erziehung von Ali, um ihm ihre Ziele einzuflössen, damit dieser sie und seine Schwester rächen konnte.
Damit sie dies erreichen konnte, schreckte sie vor nichts zurück um Ali zu beeinflussen und ihm den Weg zu ebnen. Erster Schritt war die Halbbrüder Alis, aus erster Ehe ihres Mannes zu töten.

Im Alter von gerade 14 Jahren war Ali Anführer einer gefürchteten Räuberbande, die Angst und Schrecken von Albanien bis Thessalien verbreitete. Er wurde einmal von Chourt (oder Kourt) Pascha aus Berati festgenommen, kam aber nach Einfluss seiner Mutter schnell wieder frei, unter der Voraussetzung er würde sich nur friedlichen Dingen widmen.

Dies tat Ali aber nicht, denn auch durch seine Mutter angetrieben, wollte er an die Macht. Er verliebte sich in die Tochter von Chourt Pascha und bat um ihre Hand an. Dieser verwehrte ihm aber den Wunsch und vertrieb ihn aus seinem Gebiet.
Der Stolz Alis war verletzt und so fand er Zuflucht bei Chourt´s Erzfeind Kaplan Pascha aus Delvinon. Dieser nimmt ihn auf und gibt ihm seine Tochter Eminé zur Frau. Mit ihr bekommt Ali zwei Söhne, Muchtár und Velí.
Auch die entehrte Schwester Alis heiratet einen Sohn Kaplans.

Für Ali war sein friedliebender Schwiegervater ein gefundenes Fressen. Er verleumdet ihn beim Hof des Sultans als Verräter, so das der Schwiegervater kurz darauf geköpft wird. An seiner Stelle kommt Selim Béi, dessen Vertrauen Ali auch schnell gewinnt und in alle Geheimnisse eingeweiht wird.
Auch er wird kurz danach beim Sultan von Ali des Verrats beschuldigt.
Ali bekommt den Befehl ihn eigenhändig zu töten und selber die Herrschaft der Gegend zu übernehmen.

Frisch an der Macht vergisst er nicht sein Versprechen, seine Mutter und Schwester zu rächen. Er zerstört zwei der drei Dörfer die damals an dem Aufstand beteiligt waren und lässt den ehemaligen Liebhaber seiner Mutter, Tsaus Prifti festnehmen, weil dieser sie nach den Vergewaltigungen im Stich ließ.
Er befielt einen großen "Grill" zu bauen und lässt ihn bei lebendigem Leib braten und schaut zu!
Nach kurzer Zeit wird er zum Dervenzí befördert, Chef einer Sicherheitstruppe die die Wege von Thessalien bewacht. Statt aber die Räuber zu jagen, schließt er heimlich mit ihnen einen Pakt.
Sie dürfen bzw. sollen Raubzüge durchführen, ihm aber einen hohen Anteil als Tribut zahlen. So kam er in kurzer Zeit zu einem erheblichen Reichtum.

Ein Jahr später (1784) wird er zum Dervenaga befördert, Oberhaupt von ganz Thessalien. Jetzt jagt er unerbittlich seine ehemaligen Partner, die Räuber, und löscht sie aus. Mit diesem Zug gewinnt er endgültig das Vertrauen des Sultans, als fähiger und friedliebender Herrscher.
Im Jahre 1788 setzt er alles auf eine Karte. Sein Ziel war schon immer auch Albanien und Epirus zu regieren, denn von dort aus bezog er seine Kraft, und vielleicht einen unabhängigen Staat daraus zu machen.
Als der Pascha aus Ioannina Ali Zot an die Donau gesandt wurde um dort Aufstände zu zerschlagen, schließt Ali erneut einen Pakt mit dem Sultan und er wird zum Pascha von Epirus und Thessalien befördert und verdrängte so Ali Zot aus seinem Amt.

Souli ein Dorn im Auge des Ali Pascha.
In seinem geschaffenen Reich gab es aber nicht die Einheit und absolute Herrschaft die er sich gerne wünschte. In Souli, einer rauen gebirgigen Gegend nahe Igoumenitsa, hatten 46 Dörfer Zuflucht gefunden und weigerten sich dem Pascha Tribut zu leisten.
Er versuchte zuerst mit seiner "Diplomatie" eine Freundschaft mit den Soulioten zu schließen. Er bat die beiden höchsten Anführer der Soulioten, Markos Botsaris und Lambros Tzavelas sich mit ihm zu treffen um sie "angeblich" um militärische Hilfe gegen Argyrokastro zu bitten.
Die Soulioten "rochen aber den Braten" und schickten nur Tzavelas mit 70 Kriegern. Wie vermutet wurden diese gefangen genommen. Mit den Gefangenen zog er 1792 mit seinen Truppen gegen Souli.

Es hatten aber 2 Griechen flüchten und so Souli rechtzeitig warnen können.
Die Dörfer waren also bereit als er angriff. 20 Tage dauerte die Belagerung ohne Erfolg. So zog er wieder ab.

Mittlerweile hatte die französische Revolution begonnen und er erfuhr von den Erfolgen.  Er sah voraus das auch das Osmanische Reich keine lange Zukunft mehr haben könne.
So schrieb er nach Frankreich und lobte die Revolution und die Ideen dahinter. Sein Ziel war ein eventuelles Bündnis mit ihnen gegen den Türkischen Hof in Istanbul um seinen Traum zu verwirklichen:
die Vereinigung von Epirus und Albanien zu einem Staat. 
Anfangs bekam er keine Antwort und so zog er 1709 gegen Preveza, das derzeit zu Frankreich gehörte.

Souli besteht aber weiterhin und stellt nicht nur ein Problem der inneren Sicherheit dar, sondern mindert auch sein Ansehen weil er sich in den eigenen Grenzen nicht durchsetzen kann.
So erfolgt ein zweiter Kriegszug gegen die Soulioten der aber auch scheitert. Erzürnt zog sich Ali Pascha zurück, stellt aber 3000 Maurer ein und lässt in kürzester Zeit, durch gemauerte Wachtürme und Burgen,
Souli einschließen.
Von dort aus konnten seine Truppen die weitere Gegend bewachen und regelmäßig Souli angreifen um es zu schwächen.

Einige der Türme die damals gebaut wurden sind noch heute gut erhalten. 

 

 

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