Kefallonia oder Kephalonia
Kefallonia oder Kefallinia oder Kephalonia (altgriechisch: Κεφαλλήνια, Kefallínia; neugriechisch: Κεφαλλονιά, Kefalloniá) ist eine griechische Insel am Ausgang des Golfs von Patras. Sie ist mit 737 km² die größte der ionischen Inseln, die nahe Sageninsel Ithaka ist die kleinste. Die Insel hat nach vielen Jahren der Landflucht nun eine sehr starke Bevölkerungszunahme durch Zuwanderung zu verzeichnen. (10 % in zehn Jahren). Heute wohnen ca. 40000 Einwohner auf Kefalonia.
Der wichtigste Ort auf der Insel ist Argostoli an der Südwest-Küste. Die höchste Erhebung ist der Berg Ainos mit 1628 m über NN. Kefalonia ist eine beliebte Urlaubsinsel.
Geschichte
Man vermutet, dass Kefalonia mit der in der Odyssee zum Besitz des Odysseus gerechneten Insel Same übereinstimmt. Aus der mykenischen Zeit sind Funde überliefert. Im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. gehörte die Insel zum Einflussbereich von Korinth, wurde aber um 375 v. Chr. durch den Feldherrn Timotheus zum Anschluss an den athenisch dominierten Attischen Seebund gezwungen. In der Antike lagen auf der Insel vier Städte: Pali, Sami, Prinni und Krani (Tetrapolis). Kefalonia war in der Antike eine wichtige Station auf dem Weg von Sizilien und Italien nach Griechenland.
Anfang des 2. Jahrhunderts vor Chr. geriet die Insel unter römische Herrschaft. Sie war ab 59 v. Chr. Verbannungsort für den wegen Teilnahme an der Verschwörung des Catilina und Erpressungen in der von ihm verwalteten Provinz Macedonia angeklagten Gaius Antonius Hybrida, den Schwiegervater des Marcus Antonius. 50 v. Chr. geriet die Insel unter die Herrschaft des Gaius Antonius. Der Apostel Paulus machte auf der Insel halt, als er auf dem Weg nach Rom war. Kaiser Hadrian schenkte sie im 2. Jahrhundert Athen.
Bei der Reichsteilung von 395 kam die Insel an das oströmische bzw. byzantinische Reich und war 535 eine von dessen 64 Provinzen. 1185 besetzten Normannen unter Robert Guiscard, der in dem nach ihm benannten Ort Fiskárdo starb, die Insel. Nach dem Vierten Kreuzzug von 1204 wurde sie Venedig zugesprochen. 1375 fiel Kefallonia an die Familie der Tocci aus Benevent und wurde 1479 von den Osmanen erobert. 1500 kam sie wieder an Venedig, in dessen Besitz die Insel bis 1797 blieb. Der Seefahrer Juan de Fuca wurde 1536 auf Kefallonia geboren. In dieser Zeit richteten osmanische Überfälle große Verheerungen an. Allein 1538 sollen angeblich nicht weniger als 13.000 Menschen in die Sklaverei verschleppt worden sein.
Ab 1797 teilte Kefallonia das Schicksal der anderen Ionischen Inseln. Nach einer kurzen französischen Besetzung wurden diese 1799 von Russen und Osmanen erobert. Zar Paul I. bildete aus den Inseln die Republik der Sieben vereinigten Inseln. Während der Napoleonischen Kriege wurden die Inseln erst von den Franzosen (1806) - die hier die kurzlebige Ionische Republik gründeten -, später von den Briten (1809/1810) besetzt. Diese wandelten sie 1815 als Vereinigter Staat der Sieben Ionischen Inseln in einen unabhängigen Staat unter britischem Protektorat um. 1823 hielt sich Lord George Byron auf der Insel auf und schrieb hier sein Werk Don Juan, bevor er nach Griechenland ging, um am dortigen Freiheitskampf teilzunehmen. 1864 kam Kefallonia mit den anderen Ionischen Inseln auf Wunsch der Bevölkerung und nach einer entsprechenden Abstimmung des ionischen Parkaments an Griechenland.
Nach der Eroberung Griechenlands durch italienische und deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg war Kefallonia mit den anderen ionischen Inseln ab 1941 italienisch besetzt. Nach der Kapitulation Italiens vor den Alliierten 1943 besetzten deutsche Gebirgsjäger die Insel und erschossen im Massaker auf Kefallonia zwischen dem 21. und 24. September 1943 zwischen 4.000, möglicherweise bis zu 5.300 italienische Soldaten. Es handelt sich um eines der schwersten deutschen Kriegsverbrechen im Mittelmeerraum.
Kefallonia wurde immer wieder von schweren Erdbeben heimgesucht; das letzte dieser Art ereignete sich 1953 und richtete große Zerstörungen an.
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Natur
Die Insel hat einige natürliche Besonderheiten. Auf dem Berg Ainos wächst die Schwarze Tanne, welche für Griechenland typisch ist.
Im Norden der Insel gibt es die unterirdische Grotte 'Melissani mit einem kleinen See.
Von den zahllosen Stränden verdient der Strand Myrtos Beachtung, der in der Nähe der Meeresenge Assos ist. Mehrmals bekam er gute Platzierungen bei Vergleichen. Zuletzt 3. schönster Strand weltweit.
Museen und Bibliotheken
Die meisten Museen sind aus privaten Initiativen hervorgegangen und bilden eine Einheit mit Bibliotheken.
- Die Korjialenios Bibliothek in Argostoli zeigt vor allem Gegenstände der Heimatkunde, sowie einige sakrale Schätze.
- Das Historische Museum in Argostoli zeigt Gegenstände aus dem Kirchhof von Diakata (12.Jahrhundert), sowie Mycenaean bei Lakkithra.
- Die Iakovatios Bibliothek in Lixouri ist im früheren Stammhaus der Familie Tirpado/Typaldos untergebracht. Das sehr gut erhaltene klassizistische Gebäude beherbergt, neben der obligatorischen Leihbibliothek eine Sammlung bedeutender historischer Bücher, so z. B. die Erstausgabe der Werke des Hippokrates aus der Renaissance .
- Weitere Museen sind das Naturkundemuseum in Davgata und das Meereskundemuseum in Fiskardo.
- Mehrere venezianische Burgen und Festungen. z. B. Assos
Kirchen und Klöster
Der Kirchenbau hat sich aufgrund der venezianischen Herrschaft anders entwickelt als auf dem griechischen Festland. Die meisten Kirchen bestehen, ähnlich wie frühchristliche Kirchen, aus einem großen Raum mit rechteckigem Grundriss. Ausgemalt sind die Räume mit Fresken. Der Glockenturm mit quadratischen Grundriss steht etwas abseits. Schutzpatron der Insel ist der Heilige Gerassimos, welcher im gleichnamigen Kloster aufbewahrt wird. Ein beliebtes Ausflugsziel ist das Kloster Kipouria wegen der schönen Sonnenuntergänge die von dort zu sehen sind.
Städte
Die wichtigsten Städte sind:
- Argostoli
- Lixouri
- Poros
- Sami
- Fiskardo
Söhne und Töchter der Insel
- Juan de Fuca, griechischer Seefahrer, der für Spanien die Nordwestpassage vom Pazifik zum Atlantik finden sollte
- Constantine Phaulkon, griechischer Abenteurer und Kanzler im Königreich von Ayutthaya in Thailand
- Nikolaos Platon, griechischer Archäologe, Ausgräber des minoischen Palastes auf Kreta




